Pilze sammeln, die stille Jagd

Tipps für Anfänger

Bald ist es wieder soweit, im Wald und auf den Feldern kommen wieder die ersten Speisepilze zum Vorschein. Tausende geübter und auch weniger geübter Pilzsammler machen sich wieder auf die Suche nach den schmackhaftesten Pilzen.

Als idealer Ort zum Pilze sammeln gilt dabei der Schwarzwald, besonders beliebt dabei die Regionen um Kandern, den Feldberg oder St.Blasien.  Aber auch die Zentralgebirge der Schweiz, das Tessin oder die Vogesen sind ausgezeichnete Orte einen ergiebigen Fund zu machen.

Regeln bei der Pilzsuche

Prinzipiell sollte man bei der Pilzsuche ruhig vorgehen, da das Wild durch laute Geräusche aufgeschreckt wird, und wer möchte schon gerne einer Wildsau begegnen die gerade ihren Wurf verteidigt. Auch Hunde sollte man, wenn möglich, an der Leine halten, dies nicht nur wegen dem Wild sondern auch weil es an vielen Orten verboten ist und ein Jäger den Hund unter Umständen erschiessen könnte. Auch sollte man helle, gut sichtbare Kleider tragen, damit einen ein Jäger nicht aus Versehen für ein Beutetier hält. An allen Orten gilt ein Limit der zu sammelnden Pilze pro Person und Tag. Ein überschreiten des Limits kann zu hohen Bussen führen und auch der Zoll kontrolliert die gesammelte Menge genau. Auch wenn die Versuchung gross ist, man sollte sich immer fair verhalten, auch den anderen Pilzsammlern gegenüber, zudem ist auch Nachhaltigkeit angesagt. Es gibt immer wieder Pilzsammler, welche giftige Pilze zertreten, dies ist nicht nur verboten, sondern auch immens dumm, da für den Menschen giftige Pilze für Tiere oft Leckerbissen sind.

Welche Pilze sind die Besten?

Es kommt ganz auf den Geschmack an, die meisten bevorzugen Pilze wie Steinpilz, Pfifferling oder Maronen Röhrling, aber auch Rotkappe oder Totentrompete sind in der gleichen Kategorie anzusiedeln, zudem gibt es auch etliche Pilze die als Mischpilze ausgezeichnet munden wie etwa der Semmelstoppel Pilz, den man mittlerweile auch in Supermärkten kaufen kann, obwohl er vor Jahren noch als nicht besonders wohlschmeckend von vielen Sammlern liegengelassen wurde.

Verwechslungsgefahr

Achtung, es gibt viele sehr gute Speisepilze, welche einem sehr giftigen Pilz zum verwechseln ähnlich sehen. Jedes Jahr kommen deshalb  mehrere Hundert Menschen in Europa ums Leben. Ein berühmtes Beispiel ist der Pfifferling und der Spitzgebuckelte Raukopf; ein junger Knollenblätterpilz kann einem Champignon sehr ähnlich sehen, diese Verwechslung sowie die Verwechslung von Perlpilz und Pantherpilz und Morchel / Lorchel können absolut tödlich enden.

Wann suche ich wo?

Ab Anfang  Juli, die Saison des Sommersteinpilzes. Die ersten Pilze findet man dabei meist auf Höhen ab 800 Metern, danach, so ab etwa August, sind die meisten Pilze überall zu finden. Man sollte dabei vor allem darauf achten, dass es ein Paar Tage vorher ausgiebig geregnet hat. Da Pilze extrem schnell wachsen, reichen meist 2-3 Tage nach einem ausgiebigen Gewitter um ausgiebig zu ernten. Pilze finden Sie meist bis Ende Oktober falls die Temperaturen noch warm genug sind, Morcheln hingegen nur im Frühling auf sandigem Untergrund und oft in der Nähe von Gewässern.

Kochen, Dörren, aufbewahren

Die meisten Speisepilze kann man dörren, dabei empfiehlt sich ein Dörrex zu kaufen. Dieses Gerät eignet sich ausgezeichnet zum Dörren von Pilzen. Vor dem Kochen sollten Sie unbedingt nachschauen, welche Pilze wie am besten zubereitet werden. Der Hallimage zum Beispiel muss vorher im heissen Wasser gekocht werden ansonsten ist dieser giftig. Ansonsten schmecken Pilze sehr gut mit Risotto oder Teigwaren.

Unerfahrene Sammler

Gerade unerfahrene Sammler sollten immer mit einem Fachmann oder erfahrenen Pilzsammler mitgehen, da die Verwechslungsgefahr sehr gross ist. Man kann fast auf Nummer sicher gehen, dass ein unerfahrener Sammler mit Sicherheit nach dem Verzehr zumindest Bauchschmerzen bekommt. Also wenn Sie sich diesem Hobby widmen wollen und Sie alleine suchen gehen, bringen Sie Ihren Fund immer zu einem Fachmann oder einem Pilzkontrolleur. Das Mitführen eines Buchs oder einer App nützt absolut nichts! Nur Kontrolleure, Fachleute mit Ausbildung oder erfahrene Sammler kennen die Unterschiede.

Wenn mir nach dem Verzehr übel wird?

Gehen sie sofort und ich meine sofort(!) in die nächstgelegene Notfallstation. Sollten Sie aus Versehen einen Knollenblätterpilz gegessen haben, zählt jede Minute, denn der Knollenblätterpilz zerstört ihre Organe und bereits ein Gramm kann für einen erwachsenen Menschen tödlich sein!

Bericht: Daniele La Rosa

Geben Sie die erste Bewertung ab

Bewerten Sie diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Baumgeheimnisse

Die Geschichte der sowjetischen Sommerhäuser